MSL Spin-O-Rama

Diesen Spätsommer gab es ein grosses Thema in der MySports League. Am 7. August verkündete die SIHF, es würden nicht alle Clubs die Spiellizenz erhalten. Die Folge war unnötiges Spin-O-Rama.

Angefangen hat aber alles schon viel früher:

Misskommunikation Arosa

Es fing an mit der „grandiosen“ Meldung des EHC Arosa im Mai 2019. Auf Facebook (auf der Webseite entweder entfernt oder nur auf Facebook verkündet) meldeten die Bündner: “Die Aroser erfüllen alle Auflagen finanzieller, sportlicher und infrastruktureller Art, die vom Verband vorgegeben sind. Allerdings könnte es für drei Vereine und die Liga als Gesamtes eine böse Überraschung geben” - und rückte damit mit unfassbaren Halbinformationen raus.

Dass die Lizenzen für die Nicht-Aufsteiger erst im August vergeben werden, schien völlig unwichtig. Denn die Aroser hatten ja die Lizenz. Die ganze Lizenz? Nein! Mit Auflagen, aber auch das schien zu diesem Zeitpunkt eher Nebensache zu sein. Es handelt sich bei dieser Auflage zwar nur um die Generalversammlung, welche erst im Wochenende des Meisterschaftsstarts abgehalten wird und somit zu spät, trotzdem: “Der EHC Arosa erfüllt sie alle” [die Auflagen], war zu lesen.

Damit nicht genug: “Dieses Jahr erfüllen bisher drei Clubs die Auflagen noch nicht. Es ist derzeit nicht gesichert, ob die MSL wirklich mit zwölf teilnehmenden Mannschaften durchgeführt werden kann.” Arosa setzte damit - als Verein(!) - erneut unnötig interne Informationen heraus.

Nach dieser Meldung, die bereits zu diskutieren gab, flachte es ein wenig ab. Schliesslich kam nun die Sommerpause.

Die SIHF Meldung

Im August erfolgte dann die tatsächliche Vergabe der Lizenzen. Der Schweizerische Eishockeyverband gab in einer ersten Meldung zunächst jene bekannt, die nicht für die Aufsteiger sind, und deshalb schon im Mai vergeben wurden. Man hätte meinen können, dass die Profis das besser hinbekommen würden als Arosa.

Meiner Meinung war aber auch die Meldung des Verbandes eher destruktiv. Mit Sätzen wie: “Swiss Ice Hockey erteilt keine weiteren Auskünfte bis die Rekursfristen abgelaufen und die definitiven Entscheidungen bei allfälligen Rekursen seitens Rekursinstanz oder Verbandssportgericht gefallen sind. Es werden ausserdem keine Informationen über betroffene Clubs herausgegeben”, überliessen sie den MySports League Mannschaften die Kommunikation. Jene Mannschaften, die keine Kommunikationsexperten an Bord haben und ihre Grafiken teils mit PowerPoint machen, mussten selbst entscheiden, ob und wie sie etwas kommunizieren. Einen einheitlichen Plan scheint es nicht gegeben zu haben, wenn man Arosas verhalten bezüglich Lizenz-Mitteilungen sieht.

Die Folge: Gewisse Twitter User *hust* @caschthi *hust* waren neugierig und wollten genau wissen, welche Teams die Lizenzen erhalten haben und begannen Threads mit Zusammenfassungen:

Kommunikation der Clubs

Es ging nicht lange, bis die ersten Vereine mit Informationen herausrückten. Ziemlich schnell kristallisierten sich ein paar Teams heraus, die sich „verdächtig“ verhielten. Das kommunikationsfreudige Wiki war plötzlich still und auch Huttwil gab kein Wort von sich. Thun und Seewen liessen ebenfalls lange nichts von sich hören, wobei Seewen bis heute nichts kommuniziert, hockeyfans.ch klärte in diesem Fall auf. Martigny meldete sich gar nicht.

Kurzum - EHC Wiki-Münsingen erhielt die Lizenz in erster Instanz nicht, da sie aufgrund der hohen Schulden vor vier Jahren - die mittlerweile gedeckt sind - keine finanzielle Rückstellungen sichern konnten. In 2. Instanz wurde die Lizenz dann doch erteilt, mit der Auflage, dass Wiki im Dezember 2019 und im Februar 2020 dem Verband die finanziellen Fortschritte aufzeigen muss. “Bei einem Budget von etwa einer halben Million Franken müssen die Aaretaler in den nächsten Jahren jeweils einen Gewinn von 25'000 bis 30'000 Franken erzielen, um die Vorgaben in Zukunft erfüllen zu können,” schreibt Reto Pfister in der Berner Zeitung (Artikel sehr empfehlenswert).

Bei Huttwil war die Ursache des Lizenzproblems scheinbar nur ein administrativer Fehler: Es handelte sich um Schulden gegenüber dem eigenen CEO, der nicht im Sinne hat, das Geld in naher Zukunft einzufordern.

Also weshalb dieser ganze Wirbel?

Epilog

Grundsätzlich würde ich mir wünschen, dass solche Meldungen in der MySports League nicht publiziert werden. In der National League und Swiss League ist das überhaupt kein Thema, da etwas zu verkünden. Auch der Verband wirft nicht einfach solche Meldungen in die Runde.

Weil man mir gesagt hat, ich solle konstruktiv kritisieren, will ich nicht ohne Lösungsvorschlag daherkommen. Vielleicht ist er zu einfach, aber grundsätzlich würde ich mir das so (oder ähnlich) erhoffen: Keine Lizenz News von Verbands- oder Clubseite bis alle die Lizenz haben oder nicht. Grundsätzlich finde ich es gut, wenn die Clubs dann kommunizieren wollen, dass sie eine Lizenz haben oder nur mit Auflagen, das gibt eine gewisse Transparenz die mir - auch als Fan einer der Vereine - gefällt. Natürlich aber nur unter geregelten Umständen, nicht so ein Spin-O-Rama wie in den letzten Monaten.

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MSL Spin-O-Rama

Ein Eishockeyfan aus dem eishockeytechnisch totgeschriebenen Basel schreibt über die Liga mit dem Fernsehsender als Sponsor. Leichte EHC Basel-Tendenz nicht ausgeschlossen.

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